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Mar 5, 2016
Category: General
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Konzeption

Schulsozialarbeit des Jugendamtes der Stadt Kerpen


1. Definition

Schulsozialarbeit ist ein professionelles Angebot an Schulen, welches den Erziehungs- und Bildungsauftrag durch sozialpädagogische Ansätze, Methoden und Hilfen ergänzt und unterstützt.

Schulsozialarbeit ist prinzipiell freiwillig und richtet sich an alle Schüler/innen einer Schule, wobei Schwerpunkt die Förderung individuell und strukturell benachteiligter Kinder und Jugendlicher ist.

Schulsozialarbeit dient der Stärkung und Integration junger Menschen in ihrem sozialen Umfeld.

Sie bedient sich dabei verschiedener Methoden der Sozialen Arbeit.

Schulsozialarbeit orientiert sich in ihrer täglichen Arbeit an den sozialstrukturellen Bedingungen, der Schulsituation sowie den Bedingungen der örtlichen Jugendhilfelandschaft.

Somit wird Schulsozialarbeit zum wichtigen Bindeglied zwischen Jugendhilfe und Schule.

 

2. Gesetzlicher Auftrag

Schulsozialarbeit ist ein Angebot in Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule. Sie basiert auf der Grundlage der folgenden gesetzlichen Richtlinien:

  • § 1SGB VIII, Recht auf Erziehung, Elternverantwortung, Jugendhilfe
  • § 8a SGB VIII Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung
  • § 5 Schulgesetz NRW Neue Wege der Zusammenarbeit zwischen Schule, Jugendarbeit und Jugendhilfe
  • § 11 SGB VIII, Jugendarbeit
  • § 27ff. SGB VIII Hilfe zur Erziehung
  • § 81 SGB VIII Zusammenarbeit mit anderen Stellen und öffentlichen Einrichtungen
  • § 13 SGB VIII  Jugendsozialarbeit

sowie

  • § 80 Abs. 1SchulG (BASS 1-1)

 

3. Schulsozialarbeit in Kerpen – Eine Standortbeschreibung

In Kerpen existieren zwölf Grundschulen, die sich auf alle Stadtteile verteilen, das Gymnasium der Stadt Kerpen, zwei Realschulen, zwei Berufsschulen, zwei Hauptschulen, eine Gesamtschule sowie eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen.

Am 01.10.2001 wurde die Stelle eines Schulsozialarbeiters an der Förderschule besetzt. Ab dem 01.01.2002 wurden die beiden Hauptschulen Kerpen und Horrem mit Schulsozialarbeitern besetzt. Die Mitarbeiter arbeiten mit jeweils einer unbefristeten Vollzeitstelle und sind der Abteilung „Erzieherischer Hilfen“ des örtlichen Jugendamtes unterstellt.

 

4. Leitsätze – Leitbild

Schulsozialarbeit in Kerpen ist keine Reparaturwerkstatt, sondern arbeitet im Rahmen eines systemischen Grundverständnisses als Konstruktionswerkstatt.

Schulsozialarbeit arbeitet kontinuierlich und ist kein Lückenfüller für pädagogische Versäumnisse. Schulsozialarbeit hat keinen Erfolg mit Blitzaktionen und ist kein Abschiebebahnhof für schwierige Schüler!

Schulsozialarbeit ist ein dauerhafter, verlässlicher und unabhängiger sozialpädagogischer Partner der Schule.

Schulsozialarbeit arbeitet unter Einbeziehung von Familie, Schule, Gemeinwesen und externen Hilfen.

Schulsozialarbeit ist ein niederschwelliges, schulnahes Angebot für Schüler/innen, Lehrer/innen und Eltern. Dabei ist Schulsozialarbeit auch ein Mittler zwischen den Parteien. Partnerschaftliche Zusammenarbeit  und gemeinsame Verantwortung für die Schülerinnen und Schüler sind Grundvoraussetzung für eine gelingende Kooperation von Schule und Schulsozialarbeit.

Durch ihren aufsuchenden, aufsuchenden Charakter ist Schulsozialarbeit Prävention und Intervention vor Ort und hat schwerpunktmäßig die Schüler/innen im Blick, die aufgrund sozialer Benachteiligungen und/oder individueller Beeinträchtigungen auf besondere Unterstützung angewiesen sind.

Schulsozialarbeit in Kerpen zeichnet sich durch eine intensive Zusammenarbeit und Vernetzung der 3 Standorte aus. Insbesondere werden hier Synergieeffekte bei der Entwicklung und Durchführung gemeinsamer Projekte genutzt. Was eine Schulsozialarbeiterin/ein Schulsozialarbeiter an ihrer/seiner Schule anbietet, variiert und ist abhängig von den Bedürfnissen und Möglichkeiten vor Ort und den individuellen Schwerpunkten (Methodenkompetenzen) der/des Pädagogin/Pädagogen.

 

5. Ziele und Angebote Schulsozialarbeit in Kerpen

Die Angebote richten sich an alle Kinder und Jugendlichen der Schulen entsprechend der Aufgabenbereiche, sowie an Eltern und Lehrer/innen, zielen aber besonders auf die Förderung individuell und strukturell benachteiligter Kinder und Jugendlicher.

 

5.1.  Ziele bezogen auf Schüler

  • Aufbau und Ausbau sozialer Kompetenzen
  • Förderung der Konfliktlösefähigkeit
  • Soziale Integration der Schüler/innen
  • Förderung der Persönlichkeitsentwicklung
  • Partizipation
  • Alltags- und Lebensbewältigung
  • Entwicklung einer beruflichen Perspektive und bei Bedarf Hilfen bei der beruflichen Integration bzw. Rehabilitation.

Angebote

  • Beratung und Einzelfallhilfe
  • Unterstützung in Krisensituationen und längerfristige Begleitung
  • Coolness-, Anti-Gewalt- und Deeskalationstraining
  • Sozialpädagogische Gruppen- und Projektarbeit
  • Vermittlung von weiterführenden Hilfsangeboten

 

5.2.  Ziele bezogen auf Schule

  • Mitgestaltung des Lebensraumes Schule
  • Sensibilisierung für das Lebensumfeld der Schüler
  • Schulentwicklung (neue pädagogische Konzepte),
  • Vernetzung und Kooperation von Schule und außerschulischen Institutionen

Angebote

  • Beratungen und Kooperation mit Lehrern
  • Unterstützung der Lehrer/innen in Konfliktsituationen und sozialen Fragestellungen
  • Mitarbeit in schulischen Gremien

 

5.3.  Ziele bezogen auf Eltern

  • Motivierung der Eltern zur Mitwirkung bei schulischen Prozessen
  • Abbau von Schwellenängsten gegenüber der Schule
  • Förderung der Erziehungskompetenz der Eltern
  • Vernetzung der Angebote im Bereich der Hilfen zur Erziehung, des Jugendschutzes, der Berufsvorbereitung, des Freizeitbereichs und der Gesundheitsförderung.

Angebote

  • Elternberatung in Schule und im häuslichen Umfeld
  • Themenbezogene Elternabende bei Bedarf
  • Begleitung der Eltern zu weiterführenden Hilfen

 

5.4  Ziele bezogen auf Gemeinwesen

  • Integration der Schule in das Gemeinwesen
  • Entwicklung eines attraktiven Schulprofils mit sozialpädagogischer Fachkompetenz.
  • Netzwerkarbeit

Angebote

  • Teilnahme an Arbeitskreisen
  • Gremienarbeit
  • Vernetzung und Kooperationen mit Institutionen im Stadtteil
  • Öffentlichkeitsarbeit

 

6 Rahmenbedingungen

6.1 Personell

Die dauerhafte Anbindung an die Schule bewirkt einen hohen Grad an Präsenz der Schulsozialarbeiterin/des Schulsozialarbeiters, wodurch verlässliche Beziehungen zu Schüler/innen, Eltern und Lehrern entstehen .

Die Schulsozialarbeiterin/der Schulsozialarbeiter ist eine sozialpädagogisch ausgebildete Fachkraft und verfügt über einen entsprechenden FH-Abschluss, Bachelor oder vergleichbaren Hochschulabschluss.


6.2 Strukturell

Die dienstliche und fachliche Aufsicht liegt beim Jugendamt der Stadt Kerpen.
Die Schulsozialarbeit ist als Organisationseinheit Teil der Abteilung „Erzierischer Hilfen“ des Jugendamtes.


6.3 Finanziell

Der Schulsozialarbeit in Kerpen stehen finanzielle Mittel aus dem Bereich der Jugendsozialarbeit ( §13 SGB VIII.) zur Verfügung. Aus diesen Mitteln werden laufende und temporäre Projekte und Materialkosten finanziert.

Eine durch den städtischen Haushalt gedeckte Finanzplanung ermöglicht der Schulsozialarbeit eine dauerhafte Planungssicherheit.


6.4  Ausstattung

Es müssen im ausreichendem Maße zentral gelegene und entsprechend ausgestattete Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, in denen die Sozialarbeiter/innen selbstbestimmt und eigenverantwortlich arbeiten können. Auch gewisse materielle Bedingungen müssen erfüllt sein. Dazu gehören:

  • Büroräume
  • Beratungsräume
  • die Möglichkeit, Gruppen- und Klassenräume flexibel nutzen zu können
  • Mitnutzung der Außenanlagen
  • Telefon
  • Internet mit Anschluss an das Schulnetzwerk
  • Zugang zu einem Kopiergerät

 

7 Qualitätssicherung

Fortbildung, Weiterbildung, Supervision

Die Schulsozialarbeiter der Stadt Kerpen verfügen über vielfältige Qualifikationen und Zusatzausbildungen aus den Bereichen:

  • systemische Beratung/Therapie,
  • Mediation ,
  • Streitschlichtung,
  • Erlebnispädagogik und Sport  sowie
  • Anti Gewalt / Deeskalationstrainings

Zur Qualitätssicherung und Weiterentwicklung nicht nur der vorgenannten Bereiche ist die regelmäßige Teilnahme an  Fort und Weiterbildungen notwendig. Darüber hinaus ist gesetzlich vorgeschrieben, Lizenzen regelmäßig vor Ablauf zu verlängern. (Übungsleiterlizenz, Erste Hilfe).

Der Austausch in einem Team Schulsozialarbeit ist genauso unverzichtbar wie regelmäßige Supervision oder kollegiale Fallberatung.

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